Musik lag in der Luft, am Sonntagnachmittag am großen Schöppenteich. Dort, wo in vier Wochen ein buntes Völkchen beim „Ancient Trance Festival“ für Farbenvielfalt sorgen wird, boten weiß gekleidete Gruppen einen schönen Kontrast zum Grün der Wiese und der Bäume.
Auf dem Areal vor dem Teich waren Campingtische aufgestellt, kleine Hocker oder leichte Stühle drumherum platziert oder es waren einfach nur Decken ausgebreitet. Darauf wurden mitgebrachter Kaffee und Kuchen oder kleine Snacks kredenzt. In diesem idyllischen Ambiente gab es Livemusik vom „DUO b-saxophone pur“ aus Naunhof.
Zu diesem ganz besonderen Picknick in seiner nunmehr schon fünften Auflage hatte der Heimatverein Taucha eingeladen; angelehnt an die in Paris 1988 entstandene Tradition des „Dîner en blanc“, dass sich Freunde und Bekannte zusammenfinden, um weiß gekleidet gemeinsam zu essen und zu plaudern. „Es ist immer wieder schön, wenn man sieht, wie diese Idee angenommen wird und wie Leute miteinander ins Gespräch kommen, die sich vorher nicht kannten“, freute sich Hartmut Nevoigt, Ideengeber des ersten Treffens und Vorsitzender des veranstaltenden Heimatvereins Taucha.
In den Gruppen und Grüppchen wurde geplaudert oder einfach nur die Tagesstimmung oder die Livemusik genossen. „Wir sind aber heute mal musikalisch auf Abwegen. Ich musiziere mit meiner Frau ansonsten als Saxophon-Duo, aber dieses Ambiente bot sich auch als Solo für meine Frau an, die ich mit dem Piano bei Jazz-Titeln und Welthits begleite“, erzählte Bernd Brückner, der mit seiner Frau Isabell auch im Gewandhausorchester spielt.

Es gab unter den gut 80 Gästen „Wiederholungstäter, wie Brigitte und Hans Bold mit ihren Nachbarn und Freunden aus Mockau, Christina und Werner Pihaule, die schon das dritte Mal dabei waren. Für die Familie Lorenz aus Taucha und ihrer befreundeten Familie Hempel aus Meusdorf war es eine Premiere. „Es ist einfach ein schöner Nachmittag in einer tollen Atmosphäre. Das war nicht unser letzter Besuch hier“, versprach die gut gelaunte Truppe. Es dauerte auch gar nicht lange, rückten sie mit Kathrin Salewski zusammen, die alleine aus Leipzig-Schönefeld nach Taucha gekommen war. „Mein Mann Lutz hat Schichtdienst und eh ich zuhause alleine rumsitze, hab ich mich auf den Weg gemacht“. Neugierig geworden waren auch Sabine Dänhardt aus Waldenau, die ihre Bekannte Regina Kupfer aus Leipzig-Stünz animiert hatte, mitzukommen. Stilvoll am mit einem Keramik-Kerzenleuchter dekorierten Tischchen genossen sie den Nachmittag. Die Warnungen zur Waldbrandstufe hatten sie natürlich beachtet, die Kerzen blieben kalt…
Die größte Runde bildeten die Tische mit Mitgliedern des Heimat- sowie des Schlossvereins und vom ‘Herrenkochclub Taucha‘. Zum selbstgebackenen Kuchen gab es neben Kaffee auch den einen oder anderen guten Schluck. „Schön wäre es, wenn sich noch mehr Vereine, so wie wir hier, miteinander zusammenfinden. Die nächste Gelegenheit dazu gibt es im nächsten Jahr am Sonntag, den 19. Juli“, meinte Karin Bell vom Vorstand des Heimatvereins. „“Wir möchten als Veranstaltungsträger für dieses Event zukünftig mehr werben. Deshalb wollen wir im nächsten Jahr, auch in Hinblick auf das Doppeljubiläum 2020, mit einem großen Banner auf das Dîner en blanc aufmerksam machen“ kündigte unsere Schriftführerin des Vereins an.