In Taucha entsteht eine Buddhistische Pagode, was auf vietnamesisch „Chân Tịnh Thiền Viện“ heißt. Neun Jahre nach der symbolischen Grundsteinlegung am 22.10.2017 auf dem Areal am Bahnhofsgebäude, haben nun am 3. Juni die Montagearbeiten begonnen.
Die Grundidee entstand 2013 gemeinsam zwischen Thích Minh Tuệ – einem buddhistischen Mönch, Bauherr und geistlicher Leiter – und Quang Vinh Dao, der seit 2003 in Taucha lebt und der die Koordination und organisatorische Umsetzung in Deutschland verantwortet und Ansprechpartner gegenüber Behörden ist.
Die lange Pause zwischen Grundsteinlegung und Baubeginn war hauptsächlich ungeklärter arbeitsrechtlicher Visaangelegenheiten geschuldet. Die Handwerker für den Aufbau mussten unbedingt aus Vietnam kommen, denn nur sie kannten sich mit der speziellen schrauben- und nagellosen Bauweise der traditionellen Holzkunst aus.
Die handwerklichen Holzarbeiten werden vom vietnamesischen Team ausgeführt. Lediglich Statik, Genehmigungsplanung und technische Koordination obliegen deutschen Fachplanern.
Alle Verbindungen entstehen durch Holzverbindungen – Zapfen, Versatz und Passung – ohne den Einsatz von Nägeln oder Metallverbindungen. Sämtliche Elemente wurden in Handarbeit ausgeführt: Tragwerk, Schindeln, Ornamentik und Schnitzereien.
Das verwendete Holz ist Rote Lärche – natürlich gewachsenes, altes Wuchsholz, für die traditionelle Holzkonstruktion ausgewählt und aus Vietnam importiert. Die fertiggestellten Elemente wurden 2018 in neun Containern auf dem Seeweg nach Deutschland transportiert.
„Die Pagode soll sich als Ort buddhistischer Praxis, kultureller Begegnung und des Austauschs zwischen Vietnam und Deutschland, speziell in Taucha und der Region einfügen. So ist sie konzipiert. Sie richtet sich an die vietnamesische Gemeinschaft ebenso wie an interessierte Besucherinnen und Besucher aus Taucha und der Region“, so Quang Vinh Dao, der die Hoffnung auf Vollendung des Projektes nie verloren hat. Sein buddhistischer Glaube stand ihm in der jahrelangen Pause dabei immer zur Seite „Wenn es noch nicht weitergeht, dann ist das noch nicht die richtige Zeit gewesen. Jetzt ist sie wohl gekommen“ sagte er heute lachend.
„Mit dem Tempelbau wollen wir in Taucha ein Zeichen für Toleranz und Offenheit sowie Respekt vor anderen Kulturen setzen und wir denken, dass die Pagode über die Stadtgrenzen hinaus strahlt. Es wird viele positive Effekte geben, wenn Gäste und Besucher nach Taucha kommen. Wir werden als Stadt dieses Projekt weiter mit begleiten, damit es ein Erfolg wird“, sagte Bürgermeister Tobias Meier.
Die Pagode soll nach ihrer Fertigstellung als Ort buddhistischer Praxis und der Begegnung dienen – sie ist offen für alle Interessierten, unabhängig von Herkunft und Konfession.
„Diese Pagode steht für den Wunsch, einen dauerhaften Ort des Buddhismus und der Begegnung zwischen Vietnam und Deutschland zu schaffen“, so der Projektverantwortliche Quang Vinh Dao.
Text und Foto: Reinhard Rädler

















